Das Anniversarium 2025 ist ein Hochfest des Domkapitels. Die ins unermessliche Himmelreich, in welchem die Bruderschaft Sanctae Mariae et Sancti Sebastiani beste Plätze reserviert hat, ent-schwundenen Reichsfrauen und Reichsritter wird gedacht: Elsbeth Zelger-Achermann, Maja Hediger-Bucher und Br. Johann Baptist Ruch OSB. Das Domkapitel richtete die Messe vollständig selbständig aus: Domherr Edi Amstad, Domherr Martin Gut, Domdekan Rolf de Kegel und Domprobst Patrick Le-dergerber waren parat. Anschliessend feiert der UGR einen öffentlichen Festzug über den Stanser Dorfplatz, der dem UGR gerecht wurde. Der Tambouren-Verein Ennetbürgen marschierte in gesamter Formation voraus und verleiht dem Festumzug des UGR seine Würde. Der Kanzler André Odermatt hatte es fertig gebracht, «eine Gasse zu bereiten», durch diese «Gasse muss der UGR kommen» (Wilhelm Tell – Text: 4. Aufzug, 3. Szene). Nun können wieder alle Teilnehmenden des Anniversariums erhobenen Hauptes, wie es sich für Reichsfrauen und Reichsritter gehört, der ganzen Welt zeigen, wie nachhaltig der Stanser Dorfplatz mit seiner Fasnacht durch den UGR erscheinen kann.
Derselbe Tag ist der Tag des Austauschs der Botschaften nach Engelberg ins Hochstift und zurück. Der Kanzler Ueli Zimmermann, «der mit dem Steinbock im Wappen», brillierte mit seinen profunden Kenntnissen über den UGR, welche er dem Domkapitel, dafür die Botschaft geschrieben wurde, über-brachte. Wie er bemerkte, erlag er nicht der Versuchung mit einer Flucht wie Romeo und Julia in die kubanischen Büsche, nein, seine hochedle Renate, als ehemalige Männervögtin, wollte den ehrenvol-len Auftritt in der Turmstube zum Höfli Stans geniessen. Der Vertreter des Erzkanzlers, des Abtes vom Kloster Engelberg, verstand es auf die umfassende und grossrätlicher Botschaft pointiert zu antwor-ten. Die Botschaft des Kanzlers hätte an mehreren Nachtessen vorgelesen werden müssen, so pro-fund sie ausgefallen sei. Natürlich hätte man sich amüsiert, aber auch wieder einiges vom UGR erfah-ren. Am Schluss waren alle Teilnehmenden begeistert und der Applaus wollte nicht mehr enden. Die beiden Verfasser der Botschaften, Kanzler Ueli Zimmermann und ARS Rolf de Kegel, tauschten ihre Bullen mit Siegel aus und konnten befriedigt festhalten, dass gemäss der ältesten erhaltenen Botschaft nach Engelberg, anno 1687, wieder ein Jahr der Tradition nachgelebt worden war.

Der UGR lebt und erinnert sich mit den Botschaften seiner jüngst vergangenen Taten. Will er sich mit grossartigen Reichsritter und klugen Reichsfrauen erhalten, so darf er die Öffentlichkeit nicht scheuen. Dieses Jahr hat der Kanzler André Odermatt mit den eindrücklichen Tambouren wieder einen löblichen Schritt gemacht. «Ein vielleicht kleiner Schritt für jeden Reichsritter und jede Reichsfrau, aber ein rie-siger Sprung» (Neil Armstrong) in die Richtung für den Erhalt des unermesslich weiten Reiches des UGR.
ARS Hanskaspar von Matt, Text und Bilder
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